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   26.03.14 21:44
    Dazu gehören Stärke und






Richtig verkehrt

Studium der Politikwissenschaften und Geschichte. Ole. Ja ich habe es selbst ausgesucht. Ja ich finde beides sehr interessant. Ja, ich komme klar im Studium. NEIN. Ich bi nicht glücklich. Wieso bin ich wie ich bin? Wieso kann ich nicht zufrieden sein mit meinem Leben, meinen Leistungen, meinem ICH? Ein guter Freund hat erst kürzlich zu mir gesagt, er frage sich immer wieder wieso ich nicht Kunstgeschichte studieren, eine Kunst- oder Schauspielakademie besuche. Das frage ich mich auch. Aber ich beantworte mir die Frage sehr schnell selbst. Es ist unbestreitbar, dass ich einen Sinn und die Leidenschaft für Sinnliches, Kunst, Theater, Kultur habe. Aber ich kann einfach nichts. Ich kann mich nicht einmal ausdrücken. Weder in Gesprächen, noch Schriften geschweige denn auf der Leinwand. Es fehlt mir das Können, die Technik und vor allem fehlt es an Menschen, die sich dafür interessieren, was ich zu sagen habe. Oder bilde ich mir das nur ein? Ich frage ja auch niemanden, ob ihn meine Probleme eventuell interessieren. Könnte ich mich ausdrücken und hätte ich weniger Selbstzweifel, hätte ich mich mit absoluter Sicherheit ein Studium der Kunst eingeschlagen. Mode... absolut meine Welt. Aber ob es für ein Studium oder den Job gereicht hätte? Braucht man dafür nicht mehr Stärke? Stolz auf die eigene Individualität? Ich werde es wohl nie wissen.
30.12.14 01:01


Freund oder Feind

Erst durch die Einnahme starker Schmerzmittel, nämlich Dolzamtropfen die den Wirkstoff Tramadol enthalten, habe ich mich überwinden können, mich und meine Sorgen Freunden anzuvertrauen. Jetzt habe ich keine Schmerzen mehr, leider sämtliche Fläschchen verbraucht und leider immer noch an Depressionen. Immer wenn ich die Tropfen, die ich immer leicht überdosierte, einnahm, ,,litt´´ ich nachts an verrückten Zuständen. Ich lag bis zum nächsten Morgen hellwach im Bett und hatte Halluzinationen, Glücksgefühle, gefolgt von dramatischen Abstürzen. Aber ich habe diese Nächte genossen, auch wenn meine Freunde eher mit Sorge auf meine nächtlichen Abenteuer zu blicken schienen, denn ich sah am Tag darauf immer sehr mitgenommen und blass aus, war kaum im Stand, mich bis mittags wach zu halten. Und dennoch habe ich es durch mein Schuljahr geschafft. Sogar als ich begann, die Tropfen auch vor Prüfungen einzunehmen, hatte es auf meine schulischen Leistungen keinen Einfluss. Jetzt, da der letzte Arzt, bei dem ich war, mir dieses ,,Medikament für Pferde´´, wie er es nannte, nicht verschreiben wollte, denke ich darüber nach, auf gut Glück unschuldig in einer Apotheke nach dem Medikament zu fragen und den Menschen hinter der Theke zu erzählen, ich hätte dann immer schnell schmerzlos einschlafen können. Vielleicht würde ja einer weich werden und sie mir ausnahmsweise ohne Rezept geben. Wenn das nicht klappt, statte ich womöglich der Ärztin einen Besuch ab, die sie mir verschrieben hat. Ich bin mir ganz sicher, dass ich sie von ihr wieder bekomme, denn sie hat sie mir schon zweimal verschrieben. Heute Abend habe ich in meiner Verzweiflung eine Ibuprofen geschluckt. Ist zwar kein Opiat, kann aber, da ich erfahrungsgemäß immer unter seltenen Nebenwirkungen leide, ebenfalls ,,beflügelnde´´ Effekte habe. Bevor ich mich ins Bett lege, nehme ich aber sicherheitshalber noch eine zweite, nur um ganz sicher zu gehen. Ich weiß natürlich, dass es keine Lösung ist, sich mit Medikamenten kompensatorische Glücksmomente zu besorgen, aber ich sehne mich sosehr danach. Nur mein in letzter Zeit erhöhter Kaffeekonsum lässt mich überraschenderweise entspannter durchs Leben gehen. Vielleicht liegt es aber auch an der Feststellung, die ich immer öfter mache. Ich dachte, es gehe mir besser, nach den immer schlimmer werden Rückschlägen und der Niedergeschlagenheit. In letzter Zeit, fühle ich mich unwohler denn je. Aber ich erzähle es meinen Freunden nicht mehr. Sie wollen es nicht mehr hören. Sie haben es satt, denke ich. Auch wenn sie es nicht sagen. Ich bin mir einfach sicher. Ich habe jetzt schon fünf meiner Abschlussexamen hinter mich gebracht. Die Hälfte steht also noch aus. Das ist mein letztes Ziel für dieses Jahr. Vielleicht das letzte meines Lebens. Irgendwie habe ich abgeschlossen. Ich führe einen anonymen Block, damit ich mich wenigstens irgendwo noch ausdrücken kann ohne mich dabei in meiner Intimität und Persönlichkeit bedrängt zu fühlen. Meine Freunde vom Sport sagen, sie vermissen mich, wenn ich nicht komme, weil ich für Examen lernen muss. Ich hätte Lust, ihnen zu sagen, sie sollen sich an meine Abwesenheit gewöhnen, aber dann würden sie Fragen stellen, wissen sie doch teilweise Bescheid. Nein, dann lieber im Stillen leiden und sich leise verabschieden. Ich wünsch mir einen Tod, wie Emma Bovary. Nur, dass die während den letzten Stunden ihrer Agonie schrecklich leiden muss, weil das Arsen das sie geschluckt hat, sie innerlich auffrisst. Während ich langsam und friedlich einschlafe, will ich noch einmal Jeden der mir etwas bedeutet, um mich haben, damit Alle sehen verstehen und endlich akzeptieren, dass ich mich in dieser durchorganisierten, konsumorientierten und mangelhaft kritischen Gesellschaft nicht wohlfühle. Ich bin einfach nicht zum Leben geboren, auch wenn das Niemand versteht.
18.5.14 22:40


Gute Zeiten

Wie schon in meinem vorherigen Eintrag geschildert, geht es mir nicht so gut. In letzter Zeit aber merke ich wieder starke Veränderungen in meinem Gemütszustand. Leider bin ich immer noch depressiv, allerdings habe ich feststellen können, dass es mir in letzter Zeit weniger oft richtig mies geht, dies obwohl eigentlich meine Abschlussexamen gerade bevorstehen. Zu meinem eigenen Besten versuche ich aber, mir keinen Stress zu machen. Ich bin Schüler der Literatursektion (eine von sieben zu wählenden Sektionen in den luxemburgischen klassischen Lyzeen), die mich auf ein Studium der Geistes- oder Literaturwissenschaften vorbereitet. In sieben Fächern werde ich alles in Allem elf Examina schreiben. Ich bin Gottseidank kein schlechter Schüler und bin recht gut im Rennen. Würde ich mir jetzt noch zusätzlich Stress machen, könnte ich gleich Schluss machen. Ich fühle mich sehr oft allein, aber meine Freunde helfen mir so viel und das, ohne es zu wissen. Mein bester Freund und ich kommen uns immer näher und wachsen zusammen wie Brüder. Dass er erst 16 und ich schon 19 bin, stört weder ihn, noch mich. Ich ließ ihn in einem unbefahrenen Industriegebiet mit meinem Auto herumfahren, half ihm so gut es geht. Er dankt es mir mit seiner Wärme und seiner Zuneigung. Da ich mich immer überflüssig und unerwünscht fühle, tut es mir sehr gut, dass er immer öfter fragt, ob wir etwas unternehmen. Meine Idee, eventuell ein freiwilliges Jahr in Syrien zu machen, hat er nicht gut aufgenommen und er ist absolut nicht einverstanden. Es wäre für mich die Erfüllung eines Herzenswunsches, in einer Krisenregion humanitäre Hilfe zu leisten, aber seine Sorge und Ablehnung lassen mich zweifeln. Sie zeigen mir, dass er mich wohl dringender braucht und ich ihm zu viel bedeute, um mich einfach so gehen zu lassen. Erst heute Mittag hat mir eine gemeinsame Freundin erzählt, er hätte das ganze letzte Wochenende nach mir verlangt und mich vermisst, weil ich wegen der Examen momentan nicht an Sportwettbewerben teilnehme. Das hat mich sehr gerührt und ich fühle mich schuldig, dass ich überhaupt überlege, nach Syrien zu fliegen. Momentan scheint er körperlich nicht so fit und auch er selbst scheint sich nicht so wohl zu fühlen. Unsere Freunde glauben, dass ihm die Motivation wegen meiner Abwesenheit fehlt. Obwohl ich selbst mich oft unwohl und unsicher fühle, bin ich für viele meiner Freunde nämlich eine Art Leitfigur. Ich hoffe, es ist nur meine Gesellschaft, die ihm fehlt, denn die ist ihm in spätestens drei Wochen wieder gänzlich garantiert. Ich befürchte allerdings, dass mehr dahinter stecken könnte und werde dem wohl auf den Zahn fühlen müssen. Immerhin ist er der Grund dafür, dass es mir langsam aber sicher immer besser wird. Manchmal geht es mir wieder schrecklich, ohne dass ich wirklich weiß wieso. Ihn diesen Phasen kann mich auch nichts rausreißen, aber ich versuche, sie einfach hinter mich zu bringen, ohne mich zu sehr zu beschweren. Ich habe seit ersten Gesprächen mit Freunden auch nicht mehr über meine Depressionen gesprochen. Ich weiß selbst nicht wieso. Womöglich will ich mich nicht zu sehr aufdrängen. Meine Hoffnung auf Glücklichsein bleibt bestehen. Ich schaue mit großen Erwartungen auf die Zeit nach den Examen und hoffe, dass ich endlich einen Weg finde, mich auszudrücken, und der Welt zu erzählen, ,was los ist´´.
30.4.14 22:25


Wenn das eigene Ich zum Feind wird. Meine erste persönliche Erklärung

Seit Jahren schon plagen mich Depressionen. Mal geht es mir besser, mal schlechter. Wovon das abhängt, weiß ich selbst nicht so genau. Ebenso wenig bin ich mir bewusst, wo sie herkommen, die Depressionen. Vor zwei Jahren schon, dachte ich mir, es sei das Beste, sich professionelle Hilfe zu holen, vielleicht mal einen Psychologen oder Psychiater aufzusuchen. Ich wandte mich sogar an meine Mutter, die meinte, ich würde mich anderen Menschen zu sehr verschließen und meine Probleme, Sorgen und Ängste nicht hinauslassen. Recht hatte sie. Ich bin ein guter Zuhörer, ich höre anderen Menschen gerne zu und helfe ihnen weiter wo ich nur kann. Doch über meine eigenen Sorgen zu reden, fällt mir sehr schwer. Ich weiß ja selbst nicht einmal, wieso es mir nicht gut ist. Ich weiß halt nur, dass es mir nicht gut geht. Vor allem abends, wenn ich allein in meinem Zimmer im Bett liege, stelle ich mir immer wieder Fragen, ob mein Leben überhaupt einen Sinn ergibt. Wozu lebe ich eigentlich? Ich bin doch nur ein Mensch, ein Individuum unter Milliarden. Was kann ich denn schon verändern, bewirken, bewegen? Und wozu sollte ich überhaupt irgendetwas bewegen? Die Menschheit ist doch ohnehin so sinnlos, wie die Existenz der Natur und des Universums. Ja, allein der Begriff ,,Sinn´´ kommt mir so abstrakt vor. So viele ,,kluge Köpfe´´ schmeißen mit Begriffen wie ,,Sinn´´oder ,,Entelechie´´ um sich, womöglich ohne gar selbst zu verstehen, was sie den Zuhörern verklickern wollen. Im Film ,,Niceland´´ findet ,,Jed´´ schlussendlich für seine schwer kranke Freundin ,,Chloe´´ heraus was, wie er es formuliert ,,the purpose of life´´ ist. Irgendwie süß. Ich kann den Film auch nur weiterempfehlen. Ich selbst aber, frage mich schon seit sehr langer Zeit, wieso ich lebe. An guten Tagen, erfreue ich mich ungehemmt am Leben, an meine guten Freunden und meinen vielen Bekannten. Doch wenn ich, wie ich sie nenne, ,,schwarze Tage´´, fühle ich mich schrecklich allein. Meine Einsamkeit führt im Extremfall sogar zu Selbsthass und ich bilde mir ein, ich sei meinen Freunden eine Last. Ich kann ihre Gedanken leider nicht lesen, aber ich hoffe, dass dem nicht so ist und dass ich ihnen genau so viel bedeute, wie sie mir. Für meine Familie und meine Freunde würde ich alles tun und allein meine Liebe zu ihnen hat mich bisher vor größeren ,,Dummheiten´´ bewahrt. Ich kann mich allerdings noch sehr genau an diesen einen Tag im November 2012 erinnern. Ich habe aus Langeweile und gutem Willen bei einem Ausbildungswochenende des luxemburgischen Roten Kreuzes mitgemacht. Es geht bei diesen Wochenenden darum, den Umgang mit Kindern zu verbessern, sodass man sie auf Reisen begleiten kann. Das Wochenende an sich war super toll und interessant und ich hätte nie gedacht, dass mein Gemütszustand von einer Minute auf die andere ändern konnte. Meine Familie beherbergte zu dieser Zeit einen slowakischen Austauschschüler, der jedoch für einige Tage zurück in seine Heimat geflogen war. Ich war also nach dem Wochenende sonntags abends wieder allein. Und ich merkte, wie es sie mich überkam. Diese innere Leere. Dunkelheit. Ich fühlte mich allein, verstoßen und unerwünscht. Zum ersten Mal dachte ich daran, meinem Leben ein Ende zu setzen. Ich war entschlossener als je zuvor in meinem Leben, eine Entscheidung zu fällen und dieser ohne Kompromisse auszuführen. Ich wollte nicht mehr leben, diese innere Qual nicht immer wieder spüren. In meiner Verzweiflung schrieb ich meiner Banknachbarin in der Schule, die sich über Sms meiner annahm. Wir schrieben uns sehr lange. Ich erzählte ihr was los sei, sie kam mir mit bedingungslosem Verständnis entgegen und schrieb mir, ich solle meine Gefühle nie wieder vor ihr verstecken. Ich weinte den ganzen Abend still in mein Zimmer hinein und hörte mir zum Trost Lieder von ,,Bakkushan´´ an, die mir, obwohl sie eher melancholisch anklingen, halfen, den Abend zu überstehen. Wahrscheinlich hat Séverine, meine Banknachbarin, mir an diesem Abend mein Leben ,,gerettet´´, ohne sich dessen wirklich je bewusst geworden zu sein. Ich schwor mir am Tag danach, stärker zu sein, nicht so feige wie all jene, die sich vor einen fahrenden Zug werfen um ihren Probleme zu entgehen. Ich wollte nicht mehr feige sein. Mein Umfeld half mir auf merkwürdige Art und Weise auch, diese Stärke nach und nach aufzubauen und ich lernte, über meinen Depressionen zu stehen, die dann abends nur noch an mir vorbei schwammen, ohne mich immer gleich mitzureißen. Diese Jahr aber, ist alles anders. Alles schlimmer. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Irgendwann ist Schluss. Lange ist es ,,gut´´ gegangen. Ich habe mich immer wieder zusammenreißen können, doch es geht einfach nicht mehr. Ich bin jetzt in meinem letzten Lyzeumsjahr, stehe kurz vor meinem Abschluss. Alles sinnlos. Danach gehe ich studieren, 40 Jahre frustriert zur Arbeit, um dann unbemerkt wegzusterben. Oder doch nicht? Im Moment sieht alles danach aus. Zumindest aus meiner Perspektive. Vielleicht liegt es am Stress, den ich mir selbst mache, vielleicht aber auch am Jahr. 2014 hat für mich einfach scheiße angefangen. Nicht nur, dass ich sein November 2013 die Arme entzündet habe und mein Körper deswegen, im Sport nicht die Leistung erzielt, die ich mir wünsche. Nein, auch mein Vater wäre uns fast an einer schweren bakteriellen Infektion gestorben, hätten wir nicht am 5. Januar den Krankenwagen gerufen. Lange lag er im Krankenhaus. Ein Tag später und er wäre tot gewesen. Andere Menschen würden das alles womöglich lockerer nehmen. Ich nicht. Es geht mir ohnehin oft ziemlich mies. Und wie es sich gehört passiert bei mir immer alles zusammen, ohne Rücksicht auf Verluste. Obwohl ich ein sehr viel angenehmeres, ein richtiges Team habe, das zusammenhält wie Pech und Schwefel, fällt es mir schwer, jeden Tag lächelnd zu ihnen zu gehen. Ich muss aber. Ich bin inoffiziell der Mannschaftskapitän, versteh mich mit so gut wie jedem prächtig. Unvermeidbar ist es leider geworden, dass sie nicht merken, wie dreckig es mir geht. Wenn mich meine besten Freunde auf meine schlechte Laune oder offensichtliche Bedrücktheit ansprechen, sage ich ihnen für gewöhnlich, ich sei nur müde. Natürlich wissen sie, dass das nicht stimmt, aber ich bin zu feige, ihnen die Wahrheit zu sagen. Zu groß ist meine Angst, sie könnten mich mit anderen Augen sehen, sich gar von mir abwenden. Von einer Ärztin, die mich wegen der Armgeschichte behandelt hat, bekam ich mehrere Fläschchen Schmerzmittel verschrieben, die mich normalerweise müde werden lassen sollten. Ich aber, blieb die ganze Nacht wach. Meine Depressionen wurden schlimmer dadurch, aber weil das Medikament zu den Opiaten gehört, fühlte ich mich nach ein paar Stunden wohler und fasste im Delirium den Mut, mich einer Freundin anzuvertrauen, die schon längere Zeit Bescheid weiß. Ich müsse mich unbedingt Anderen anvertrauen, so ihre Reaktion. Sie, und auch sicherlich meine Freunde wollten nicht, das ich mir etwas antue. Ich wandte mich dann tatsächlich unter Einfluss des Opiats an eine andere Freundin und ich arbeitete mich auch ohne Medikamente langsam aber sicher nach vorn. So brachte ich es kürzlich endlich übers Herz, mich meiner besten Freundin anzuvertrauen. Lange konnte ich es nicht. Vor einigen Jahren verlor sie ihren Vater, ich war immer für sie da und habe sie, so ihre eigenen Worte, oft aufgefangen, wenn nichts mehr ging. Sie hätte sich gewünscht, ich sei schon früher zu ihr gekommen, aber ich konnte nicht. Zu sehr fühlte ich mich schuldig gegenüber der Person, die mir am meisten bedeutet. Irgendwann werde ich es auch meinem besten Freund erzählen. Momentan weiß ich noch nicht, wie. Er ist jünger und ich will mich nicht schwach vor ihm fühlen. Er hat mir aber schon mehr als deutlich zu verstehen gegeben, ich solle mit ihm reden und ich glaube daran, dass er mich nicht allein lassen wird. Zu hören, dass andere Menschen mich brauchen und mich mögen, hilft mir sehr oft sehr viel weiter. Auch wenn ich es manchmal sehr schwer glaube und mir das Gegenteil einbilde, so habe ich es mir zu meiner eigenen kleinen Lebensaufgabe gemacht, für Andere zu leben. Wenn ich nicht für mich leben will, so will ich denn für meine Familie und Freunde da sein, wenn sie Trost und Unterstützung brauchen. Wenn ich meine Examen geschrieben habe, werde ich mich in Behandlung begeben, das habe ich mir geschworen. Auch wenn ich mich gegenüber ,,gesunden´´ Menschen schwach fühle, wenn ich ihnen von meinem Seelenleben erzähle, gehört doch auch etwas Stärke dazu, sich zu öffnen und Hilfe zuzulassen.
26.3.14 21:25


Ansichtssache

Schrecklich, wie die Gesellschaft uns tagtäglich vorschreibt, wie wir zu leben haben, was gerade ,,in´´ und wer gerade ,,schön´´ ist. Auch wenn diese Richtlinien uns im Fernsehn oder im Internet als Ratschläge und Tipps vorgegeben werden, ist es doch reinste Manipulation. Der Nutzer denkt sich ja immerhin nichts böses dabei, wenn er sich umstylen lässt, um dem Idol ähnlicher zu sein oder den nächsten Sommertrends gerecht zu werden. Ich finde es traurig, wie eintönig die Straßen Luxemburgs doch aussehen. Jeder trägt die gleichen Jacken, nach dem Motto ,,je teurer desto schöner´´. Arctic Program, Moncler oder eine Parajumpers Gobi Bomber Jacke. Ab 300 alles überhaupt kein Problem. Es wär doch auch peinlich auf dem Weg zur Bushaltestelle eine Jacke von H&M oder C&A zu tragen. Das wäre ,,mainstream´´, langweilig, billig. Dann ist es doch viel abwechslungsreicher wenn wir uns alle die gleichen teuren Jacken kaufen. Die gibt es wenigstens in drei verschiedenen Farben, schön mit Pelz bestückt, damit sie auch ordentlich warm halten. Wenigstens an der Kapuze. Für eine Jacke, die den ganzen Rücken und Po bedeckt, reicht es offensichtlich in den meisten Fällen nicht. Macht aber nichts, Hauptsache gut aussehen und dem Wahn, mit anderen mithalten zu können, nachgeben. Individualität verliert durch diesen Wahn zum Luxus zwar ihre Bedeutung, das Statussymbol Jacke (als winterliches Beispiel) scheint hier aber ganz klar wichtiger zu sein. Auch ,,Obey´´-Mützen sind gerade schwerst im Trend. Kommen jene vierzehnjährigen Gören, die eine Mütze mit der Aufschrift ,,Gehorche´´ tragen, sich nicht schlampig vor? Egal, das trägt ,,man´´ zur Zeit eben so. Eltern kaufen ihren Kindern, denn abends, wenn sie gestresst von der Arbeit kommen, haben sie keine Lust mehr, sich selbst um ihre Kinder zu kümmern. Das erledigt dann die Kreditkarte oder ein gut gefüllter Geldbeutel. Wer seinen ,,Style´´ vollkommener haben will, braucht unbedingt noch ein T-Shirt mit Schnurrbart darauf (Moustache Tee, Eleven Paris). Jeans? Nein. Die kann ruhig billig sein, da sieht man das Markenlogo eh immer so schlecht. Bein den Schuhen fällt es auch nicht gleich auf, wenn sie ,,nur´´ 50 Euro gekostet haben. Ich selbst trage zwar keine schlechten Klamotten, bin aber leider nicht trendy genug, um mir In-Marken zu kaufen und mich so besser zu ,,integrieren´´. Nein, nein. Ich bleib lieber etwas abseits und schau mir das Spektakel von außen an. An die lustigen Blicke beim Anblick meines geliebten Übergrößencampingpullovers habe ich mich schon gewöhnt. Endlich mal Aufmerksamkeit, und das ganz ohne Moustache Tee!
5.3.14 18:28


Faszination oder doch Liebe?

Was genau ist eigentlich der Unterscheid zwischen Faszination und Liebe? Liebe ich einen Menschen, nur weil ich ihn anziehend finde? Wenn wir jemanden faszinierend finden, bedeutet das, dass dieser jemand, egal welchen Geschlechts, eine unerklärliche Anziehungskraft auf uns ausübt, die sich allerdings nicht unbedingt durch sexuelle Erregung oder erotische Gefühle ausdrücken muss. Es kann wohl passieren, dass Freunde oder Bekannte eine derartige Faszination ausüben, dass wir meinen könnten, wir hätten uns in sie verliebt. Das stimmt aber nicht immer. Ich selbst bin in der Lage, dass ich einen meiner Freunde auf bezaubernde Art und Weise anziehend und schön finde. Obwohl er drei Jahre jünger ist, als ich, zählt er zu meinen besten Freunden. Sein Charakter und sein Aussehen mögen für die meisten anderen Menschen nur durchschnittlich sein, ich aber empfinde tiefe Bewunderung für sein Aussehen, das teils durch die serbische Herkunft seiner Mutter beeinflusst ist. Blond ist er, groß und schlank, nicht besonders muskulös und er hat ein Hohlkreuz. Dem Gesamteindruck schadet dies aber keinesfalls. Seine markante Nase und die leicht ausgeprägten Wangenknochen verleihen seinem Gesicht etwas engelhaftes, seine wunderschönen blauen Augen machen sein Gesicht perfekt. Auch vom Charakter her mag er Vielen eher unauffällig erscheinen. Als Schüler eher durchschnittlich und auch in seinem sozialen Umfeld nicht auffällig. Ich aber habe schon längst erkannt, dass in ihm mehr steckt, als er es auf schulischem Niveau vielleicht zur Geltung bringen kann. Manchmal beweist er eine für sein Alter doch untypische Reife und scheint auf den ersten Blick, Dinge und Probleme zu verstehen, die ich selbst vielleicht nicht immer verstehe. Über alles kann ich mit ihm reden, oft sind wir beide gleicher Meinung. Ich bin überzeugt davon, dass er sehr intelligent und vielseitig talentiert ist, es aber selbst nicht immer so sieht und auch nicht die Chance bekommt, sich wirklich zu beweisen. Vielleicht reagiert er auch deshalb sehr empfindlich, wenn ich ihn scherzhaft einen ,,dummen Jungen´´ nenne. Selbstverständlich meine ich es nicht ernst, aber wenn er einen unerfreulichen Tag hinter sich hat, nehmen solche Äußerungen ihn sehr mit. Er ist der Einzige, der mir widerspricht und sich meine Sticheleien nicht immer gefallen lässt. Er sagt dann immer, er kenne mich gut genug um zu wissen, dass er mir Grenzen vorschieben muss. Recht hat er damit sicher und ich finde es auf eine gewisse Art und Weise sogar angenehm, wenn er das sagt. Das zeigt mir, dass unsere Freundschaft auf beiden Seiten gestärkt existiert und ich ihm etwas bedeute. Ich mag jedoch bezweifeln, dass er sich nur ungefähr vorstellen kann, wie wichtig er mir ist. Von Liebe kann aber nicht die Rede sein, höchstens von inniger Freundschaft oder gar von Bruderliebe. Denn nie käme es mir in den Sinn, mehr als nur diese innige Art von Freundschaft ins unserer Beziehung zu sehen. Faszinierend finde ich ihn trotzdem. Gesagt habe ich ihm das noch nie. Ich käme mir womöglich doof vor. Irgendwann werde ich es ihm aber dann doch erzählen und ich kann mir vorstellen dass er dann stolz schmunzeln und mich umarmen wird, anstatt mich verständnislos anzublicken. Ich persönlich würde deshalb aufgrund persönlicher Empfindungen und Erfahrungen jedem raten, der mehr als nur Freundschaft und doch keine Liebe für jemanden empfindet, es zuzulassen und diese spezielle Situation für sich und die Freundschaft zu nutzen.
5.3.14 17:56





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