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   26.03.14 21:44
    Dazu gehören Stärke und






Gute Zeiten

Wie schon in meinem vorherigen Eintrag geschildert, geht es mir nicht so gut. In letzter Zeit aber merke ich wieder starke Veränderungen in meinem Gemütszustand. Leider bin ich immer noch depressiv, allerdings habe ich feststellen können, dass es mir in letzter Zeit weniger oft richtig mies geht, dies obwohl eigentlich meine Abschlussexamen gerade bevorstehen. Zu meinem eigenen Besten versuche ich aber, mir keinen Stress zu machen. Ich bin Schüler der Literatursektion (eine von sieben zu wählenden Sektionen in den luxemburgischen klassischen Lyzeen), die mich auf ein Studium der Geistes- oder Literaturwissenschaften vorbereitet. In sieben Fächern werde ich alles in Allem elf Examina schreiben. Ich bin Gottseidank kein schlechter Schüler und bin recht gut im Rennen. Würde ich mir jetzt noch zusätzlich Stress machen, könnte ich gleich Schluss machen. Ich fühle mich sehr oft allein, aber meine Freunde helfen mir so viel und das, ohne es zu wissen. Mein bester Freund und ich kommen uns immer näher und wachsen zusammen wie Brüder. Dass er erst 16 und ich schon 19 bin, stört weder ihn, noch mich. Ich ließ ihn in einem unbefahrenen Industriegebiet mit meinem Auto herumfahren, half ihm so gut es geht. Er dankt es mir mit seiner Wärme und seiner Zuneigung. Da ich mich immer überflüssig und unerwünscht fühle, tut es mir sehr gut, dass er immer öfter fragt, ob wir etwas unternehmen. Meine Idee, eventuell ein freiwilliges Jahr in Syrien zu machen, hat er nicht gut aufgenommen und er ist absolut nicht einverstanden. Es wäre für mich die Erfüllung eines Herzenswunsches, in einer Krisenregion humanitäre Hilfe zu leisten, aber seine Sorge und Ablehnung lassen mich zweifeln. Sie zeigen mir, dass er mich wohl dringender braucht und ich ihm zu viel bedeute, um mich einfach so gehen zu lassen. Erst heute Mittag hat mir eine gemeinsame Freundin erzählt, er hätte das ganze letzte Wochenende nach mir verlangt und mich vermisst, weil ich wegen der Examen momentan nicht an Sportwettbewerben teilnehme. Das hat mich sehr gerührt und ich fühle mich schuldig, dass ich überhaupt überlege, nach Syrien zu fliegen. Momentan scheint er körperlich nicht so fit und auch er selbst scheint sich nicht so wohl zu fühlen. Unsere Freunde glauben, dass ihm die Motivation wegen meiner Abwesenheit fehlt. Obwohl ich selbst mich oft unwohl und unsicher fühle, bin ich für viele meiner Freunde nämlich eine Art Leitfigur. Ich hoffe, es ist nur meine Gesellschaft, die ihm fehlt, denn die ist ihm in spätestens drei Wochen wieder gänzlich garantiert. Ich befürchte allerdings, dass mehr dahinter stecken könnte und werde dem wohl auf den Zahn fühlen müssen. Immerhin ist er der Grund dafür, dass es mir langsam aber sicher immer besser wird. Manchmal geht es mir wieder schrecklich, ohne dass ich wirklich weiß wieso. Ihn diesen Phasen kann mich auch nichts rausreißen, aber ich versuche, sie einfach hinter mich zu bringen, ohne mich zu sehr zu beschweren. Ich habe seit ersten Gesprächen mit Freunden auch nicht mehr über meine Depressionen gesprochen. Ich weiß selbst nicht wieso. Womöglich will ich mich nicht zu sehr aufdrängen. Meine Hoffnung auf Glücklichsein bleibt bestehen. Ich schaue mit großen Erwartungen auf die Zeit nach den Examen und hoffe, dass ich endlich einen Weg finde, mich auszudrücken, und der Welt zu erzählen, ,was los ist´´.
30.4.14 22:25
 
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