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   26.03.14 21:44
    Dazu gehören Stärke und






Freund oder Feind

Erst durch die Einnahme starker Schmerzmittel, nämlich Dolzamtropfen die den Wirkstoff Tramadol enthalten, habe ich mich überwinden können, mich und meine Sorgen Freunden anzuvertrauen. Jetzt habe ich keine Schmerzen mehr, leider sämtliche Fläschchen verbraucht und leider immer noch an Depressionen. Immer wenn ich die Tropfen, die ich immer leicht überdosierte, einnahm, ,,litt´´ ich nachts an verrückten Zuständen. Ich lag bis zum nächsten Morgen hellwach im Bett und hatte Halluzinationen, Glücksgefühle, gefolgt von dramatischen Abstürzen. Aber ich habe diese Nächte genossen, auch wenn meine Freunde eher mit Sorge auf meine nächtlichen Abenteuer zu blicken schienen, denn ich sah am Tag darauf immer sehr mitgenommen und blass aus, war kaum im Stand, mich bis mittags wach zu halten. Und dennoch habe ich es durch mein Schuljahr geschafft. Sogar als ich begann, die Tropfen auch vor Prüfungen einzunehmen, hatte es auf meine schulischen Leistungen keinen Einfluss. Jetzt, da der letzte Arzt, bei dem ich war, mir dieses ,,Medikament für Pferde´´, wie er es nannte, nicht verschreiben wollte, denke ich darüber nach, auf gut Glück unschuldig in einer Apotheke nach dem Medikament zu fragen und den Menschen hinter der Theke zu erzählen, ich hätte dann immer schnell schmerzlos einschlafen können. Vielleicht würde ja einer weich werden und sie mir ausnahmsweise ohne Rezept geben. Wenn das nicht klappt, statte ich womöglich der Ärztin einen Besuch ab, die sie mir verschrieben hat. Ich bin mir ganz sicher, dass ich sie von ihr wieder bekomme, denn sie hat sie mir schon zweimal verschrieben. Heute Abend habe ich in meiner Verzweiflung eine Ibuprofen geschluckt. Ist zwar kein Opiat, kann aber, da ich erfahrungsgemäß immer unter seltenen Nebenwirkungen leide, ebenfalls ,,beflügelnde´´ Effekte habe. Bevor ich mich ins Bett lege, nehme ich aber sicherheitshalber noch eine zweite, nur um ganz sicher zu gehen. Ich weiß natürlich, dass es keine Lösung ist, sich mit Medikamenten kompensatorische Glücksmomente zu besorgen, aber ich sehne mich sosehr danach. Nur mein in letzter Zeit erhöhter Kaffeekonsum lässt mich überraschenderweise entspannter durchs Leben gehen. Vielleicht liegt es aber auch an der Feststellung, die ich immer öfter mache. Ich dachte, es gehe mir besser, nach den immer schlimmer werden Rückschlägen und der Niedergeschlagenheit. In letzter Zeit, fühle ich mich unwohler denn je. Aber ich erzähle es meinen Freunden nicht mehr. Sie wollen es nicht mehr hören. Sie haben es satt, denke ich. Auch wenn sie es nicht sagen. Ich bin mir einfach sicher. Ich habe jetzt schon fünf meiner Abschlussexamen hinter mich gebracht. Die Hälfte steht also noch aus. Das ist mein letztes Ziel für dieses Jahr. Vielleicht das letzte meines Lebens. Irgendwie habe ich abgeschlossen. Ich führe einen anonymen Block, damit ich mich wenigstens irgendwo noch ausdrücken kann ohne mich dabei in meiner Intimität und Persönlichkeit bedrängt zu fühlen. Meine Freunde vom Sport sagen, sie vermissen mich, wenn ich nicht komme, weil ich für Examen lernen muss. Ich hätte Lust, ihnen zu sagen, sie sollen sich an meine Abwesenheit gewöhnen, aber dann würden sie Fragen stellen, wissen sie doch teilweise Bescheid. Nein, dann lieber im Stillen leiden und sich leise verabschieden. Ich wünsch mir einen Tod, wie Emma Bovary. Nur, dass die während den letzten Stunden ihrer Agonie schrecklich leiden muss, weil das Arsen das sie geschluckt hat, sie innerlich auffrisst. Während ich langsam und friedlich einschlafe, will ich noch einmal Jeden der mir etwas bedeutet, um mich haben, damit Alle sehen verstehen und endlich akzeptieren, dass ich mich in dieser durchorganisierten, konsumorientierten und mangelhaft kritischen Gesellschaft nicht wohlfühle. Ich bin einfach nicht zum Leben geboren, auch wenn das Niemand versteht.
18.5.14 22:40
 
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